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Eine bedeutende Fundstelle permzeitlicher Wirbeltier-Fossilien |
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Bedeutung |
Führungen |
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Die Korbacher Spalte wurde zu Beginn der 1960’er Jahre durch Dr. Jens Kulick entdeckt, der damals beim Hessischen Landesamt für Bodenforschung in Wiesbaden als kartierender Geologe tätig war. Die große Bedeutung seiner Entdeckung war ihm damals noch nicht bewusst. Er hielt die Knochenfunde anfangs für die Relikte eiszeitlicher Säugetiere. Erst 1988 gelang es den an der Universität Mainz tätigen Wissenschaftlern Prof. Dr. H.D. Sues und J.A. Boy, einen fossilen Kiefer mit einigen dazugehörigen Zähnen der oberpermischen Reptilgattung Procynosuchus eindeutig zuzuordnen.

Foto: S.
Bökenschmidt
Seitdem wurde die in der Sedimentfüllung der Korbacher Spalte enthaltene Wirbeltierfauna von Dr. E. Frey und W. Munk (Staatliches Museum für Naturkunde, Karlsruhe) in zahlreichen Grabungen untersucht. Insgesamt konnten mehr als 2500 Fundstücke geborgen und den unterschiedlichsten Gattungen permzeitlicher Landtiere zugeordnet werden, die hier vor etwa 250 Mio. Jahren lebten.
Die Korbacher Spalte ist eine der weltweit seltenen Fossillagerstätten, in denen Zeugnisse zahlreicher permzeitlicher Wirbeltiere der Nachwelt überliefert sind. Die Fauna ist aus verschiedenen Gattungen und Arten von Reptilien zusammengesetzt. Die wichtigsten Fossilien gehören der Ordnung der im mittleren Perm erstmals auftretenden Therapsiden (= säugetierähnliche Reptilien) an, die als Bindeglied zwischen den Reptilien und den Säugetieren gelten. Daneben finden sich Knochenfragmente von Pareiasauriern (= ursprüngliche Reptilien) und archosauromorphen Reptilien (= Vorfahren der Dinosaurier). Die Funde dokumentieren den Zeitpunkt der Erdgeschichte, an dem sich aus den ursprünglichen Reptilien die jeweiligen Urahnen von Dinosauriern und Säugetieren entwickelten. In ihrer wissenschaftlichen Bedeutung wird die Korbacher Spalte daher mit der Weltnaturerbe-Stätte "Grube Messel" bei Darmstadt verglichen.

Foto: S.
Bökenschmidt
Permische
Therapsiden waren weltweit bis zur Entdeckung der
Korbacher Spalte nur
aus Südafrika, Russland und Schottland bekannt. Der
einzige Fund
in
Mitteleuropa waren Fußabdrücke im „Cornberger
Sandstein“ bei
Bebra. Ihr wichtigster Vertreter in der Korbacher
Spalte war Procynosuchus.
Dem Auftreten dieser Gattung kommt eine große
erdgeschichtliche
Bedeutung
zu, da sie bisher lediglich aus Südafrika bekannt
war. Ihr
Vorkommen
in der Korbacher Spalte unterstreicht die Existenz
des Superkontinents
Pangea bereits im ausgehenden Erdaltertum, der alle
heutigen Kontinente
vereinigte. Procynosuchus war ein ca. 60 cm langes
säugetierähnliches
Reptil von hundeähnlicher Gestalt.

Rekonstruktion
von Procynosuchus
delaharpae
Quelle:
www.hlug.de
Die Korbacher Spalte befindet sich im ehemaligen Steinbruch "Fisseler" am südlichen Stadtrand der Kreisstadt Korbach (Landkreis Waldeck-Frankenberg, Nordhessen; TK 25 Blatt 4719 Korbach; R 3491760 / H 5680800).
Führungen finden an jedem Sonntag zwischen Mai und Oktober jeweils um 11.15 Uhr statt.
Treffpunkt:
Überdachung der Korbacher Spalte, Frankenberger
Landstraße.
Dauer:
ca. 1 Std.
Quelle:
www.korbach.de
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Interessengemeinschaft
"Korbacher Spalte"
Dr.
Sven
Bökenschmidt, Dr. Marc Müllenhoff, Norbert Panek
Kontaktadresse:
c/o
Norbert
Panek,
An der Steinfurt 13, 34497 Korbach
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